Lkw-Maut 2026 in Österreich, Deutschland und Italien: Tarife, Regeln und Unterschiede

Stand: 25. Oktober 2026. Auf der Strecke von Deutschland über den Brenner nach Italien zahlt ein Lkw in drei Mautsystemen – mit unterschiedlichen Tarifen, Geräten und Regeln. Hier finden Sie die wichtigsten Zahlen für 2026 und die Unterschiede, die bei der Kalkulation zählen.
Das Wichtigste in Kürze
Österreich: Lkw über 3,5 Tonnen zahlen auf Autobahnen und Schnellstraßen kilometerabhängig über die GO-Box. Ein Euro-VI-Lkw mit 4 oder mehr Achsen zahlt 2026 im Grundtarif 57,24 Cent pro Kilometer (netto).
Deutschland: Maut für Lkw über 3,5 Tonnen auf Autobahnen und Bundesstraßen. Ein Euro-VI-Lkw über 18 Tonnen mit 5 oder mehr Achsen zahlt 34,8 Cent pro Kilometer. Zum 1. Jänner 2026 wurden die Sätze nicht erhöht.
Italien: Maut auf den Autobahnen nach Achsklassen, meist an Mautstellen oder per Mautgerät. Zum 1. Jänner 2026 stiegen die Tarife überwiegend um 1,5 %.
Tirol: Auf der Brennerautobahn A13 und auf der A12 zwischen Kufstein und Innsbruck gilt ein Aufschlag von 25 % auf den Infrastrukturanteil der Maut.
Elektro-Lkw: In Deutschland bis 30. Juni 2031 mautfrei, in Österreich mit stark reduziertem Tarif.
Lkw-Maut in Österreich 2026
In Österreich gilt für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht die fahrleistungsabhängige Maut der ASFINAG. Sie wird über die GO-Box abgerechnet, die beim Einfahren nach Österreich bereits im Fahrzeug sein muss. Bezahlt wird im Voraus (Pre-Pay) oder im Nachhinein über Tankkarte, Kreditkarte oder Direktverrechnung (Post-Pay).
Die Tarife richten sich nach Achszahl, Euroklasse und CO₂-Emissionsklasse. Die Werte gelten seit 1. Jänner 2026, in Euro-Cent pro Kilometer, ohne Umsatzsteuer:
Fahrzeug | 2 Achsen | 3 Achsen | 4+ Achsen |
Emissionsfrei (CO₂-Klasse 5) | 5,87 | 8,06 | 11,89 |
Euro VI, CO₂-Klasse 1 | 27,74 | 38,56 | 57,24 |
Euro V und EEV | 29,24 | 40,86 | 60,24 |
Euro IV | 31,14 | 42,96 | 63,24 |
Euro 0 bis III | 32,74 | 45,36 | 66,54 |
Euro-VI-Lkw mit nachgewiesen niedrigen CO₂-Werten (CO₂-Klassen 2 bis 4) zahlen etwas weniger. Für einen Euro-VI-Lkw mit 4 oder mehr Achsen in CO₂-Klasse 4 sind es zum Beispiel 50,91 Cent pro Kilometer.
Aufschlag in Tirol
Auf der Brennerautobahn A13 und auf der Inntalautobahn A12 zwischen der Grenze bei Kufstein und dem Knoten Innsbruck/Amras gilt ein Aufschlag von 25 % auf den Infrastrukturanteil der Maut. Die A13 zählt außerdem zu den Sondermautstrecken. Gerade der Brenner-Korridor ist damit einer der teuersten Abschnitte in Österreich.
Lkw-Maut in Deutschland 2026
In Deutschland zahlen Lkw über 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse auf allen Autobahnen und Bundesstraßen Maut. Seit 1. Juli 2024 gilt das auch für Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen; Handwerksbetriebe sind mit Fahrzeugen unter 7,5 Tonnen ausgenommen. Seit 1. Dezember 2023 enthält die Maut einen CO₂-Aufschlag von 200 Euro je Tonne CO₂.
Beispiel: Ein Euro-VI-Lkw über 18 Tonnen mit 5 oder mehr Achsen in CO₂-Klasse 1 zahlt 34,8 Cent pro Kilometer.
Zum 1. Jänner 2026 gab es keine Erhöhung der Mautsätze.
Elektro-Lkw bleiben nach einem Beschluss des Bundestags vom 14. November 2025 bis 30. Juni 2031 mautfrei.
Wasserstoff-Lkw sind seit 1. Jänner 2026 mautpflichtig und zahlen ermäßigte Sätze.
Abgerechnet wird über die On-Board-Unit von Toll Collect, einen anderen zugelassenen Mautdienst (EETS) oder per Einzelbuchung vor der Fahrt.
Autobahnmaut in Italien 2026
In Italien wird die Maut auf den Autobahnen von den jeweiligen Betreibern erhoben, meist an Mautstellen beim Ein- und Ausfahren. Lkw bezahlen bar, mit Karte oder über ein Mautgerät wie Telepass oder ein europäisches EETS-Gerät. Die Höhe richtet sich nach der gefahrenen Strecke und nach der Fahrzeugklasse, die vor allem von der Achszahl abhängt.
Klasse | Fahrzeuge |
A und B | Fahrzeuge mit 2 Achsen (nach Höhe unterschieden) |
3 | Fahrzeuge mit 3 Achsen |
4 | Fahrzeuge mit 4 Achsen |
5 | Fahrzeuge mit 5 oder mehr Achsen – der typische Sattelzug |
Zum 1. Jänner 2026 sind die Tarife bei den meisten Betreibern um 1,5 % gestiegen, auf der Brennerautobahn A22 um 1,46 %. Einige Betreiber haben die Tarife nicht erhöht oder gesenkt.
Die drei Länder im Vergleich
Österreich | Deutschland | Italien | |
Mautpflicht ab | 3,5 t | 3,5 t | alle Fahrzeuge, Tarif nach Klasse |
Mautpflichtige Straßen | Autobahnen und Schnellstraßen | Autobahnen und Bundesstraßen | Autobahnen |
Abrechnung | GO-Box | On-Board-Unit, EETS oder Einzelbuchung | Mautstelle, Telepass oder EETS |
Beispiel Sattelzug Euro VI | 57,24 Cent/km (4+ Achsen, CO₂-Klasse 1) | 34,8 Cent/km (über 18 t, 5+ Achsen, CO₂-Klasse 1) | je nach Strecke und Betreiber, Klasse 5 |
Änderung 2026 | neue Tarife seit 1. Jänner | keine Erhöhung | meist +1,5 % |
Der Vergleich zeigt: Pro Kilometer ist ein schwerer Lkw in Österreich deutlich teurer unterwegs als in Deutschland – und im Tiroler Abschnitt kommt der Aufschlag noch dazu. Auf der Brennerroute macht die Maut deshalb einen spürbaren Teil der Transportkosten aus.
Was das für Transporte über den Brenner bedeutet
Maut je Land getrennt kalkulieren: Tarife, Achsklassen und Aufschläge unterscheiden sich stark.
Euroklasse und CO₂-Klasse des Fahrzeugs kennen: Sie entscheiden in Österreich und Deutschland über den Tarif.
Den Tiroler Aufschlag auf A12 und A13 nicht vergessen.
Mautgeräte rechtzeitig klären: In Österreich ist die GO-Box oder ein zugelassenes EETS-Gerät Pflicht, bevor der Lkw einreist.
Neben der Maut kosten auch Wartezeiten Geld – etwa bei einer Blockabfertigung bei Kufstein oder vor einem Feiertagsfahrverbot.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Lkw-Maut in Österreich 2026?
Für einen Euro-VI-Lkw in CO₂-Klasse 1 beträgt sie 27,74 Cent pro Kilometer mit 2 Achsen, 38,56 Cent mit 3 Achsen und 57,24 Cent mit 4 oder mehr Achsen, jeweils ohne Umsatzsteuer. Die Tarife gelten seit 1. Jänner 2026.
Ist die Lkw-Maut in Deutschland 2026 gestiegen?
Nein. Zum 1. Jänner 2026 wurden die Mautsätze nicht erhöht. Ein Euro-VI-Lkw über 18 Tonnen mit 5 oder mehr Achsen in CO₂-Klasse 1 zahlt weiterhin 34,8 Cent pro Kilometer.
Sind Elektro-Lkw von der Maut befreit?
In Deutschland ja, nach einem Beschluss des Bundestags bis 30. Juni 2031. In Österreich zahlen emissionsfreie Lkw einen reduzierten Tarif, zum Beispiel 11,89 Cent pro Kilometer mit 4 oder mehr Achsen.
Warum ist die Maut auf der Brennerroute so hoch?
Auf der Brennerautobahn A13 und auf der A12 zwischen Kufstein und Innsbruck gilt ein Aufschlag von 25 % auf den Infrastrukturanteil der österreichischen Maut. Dazu kommt, dass die österreichischen Tarife pro Kilometer generell höher sind als in Deutschland.
Brauche ich für Österreich eine GO-Box?
Ja, für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf Autobahnen und Schnellstraßen. Die GO-Box oder ein zugelassenes europäisches Mautgerät (EETS) muss beim Einfahren nach Österreich bereits im Fahrzeug sein.
Transporte nach Italien kalkulieren
Sie wollen Maut, Fahrverbote und Dosiertage nicht selbst durchrechnen? Spedination organisiert Komplettladungen zwischen Deutschland, Österreich und Italien – mit Sitz in Langkampfen bei Kufstein, direkt am Brenner-Korridor. Sprechen Sie uns an: office@spedination.com, +43 5372 21960.
